Wodurch verstimmt sich ein Klavier?

Ein Klavier verstimmt sich aus zwei Gründen:

  1. Durch die Schwankungen der Holzfeuchtigkeit.
  2. Durch das Klavier spielen.

Holz steht mit der Luft im Wettbewerb um die Feuchtigkeit, die die Luft transportiert. Die jahreszeitlich bedingten Schwankungen der Luftfeuchtigkeit führen auch zu Schwankungen der Holzfeuchtigkeit. Aufgrund der Konstruktion des Klangkörpers ergeben sich daraus unterschiedliche Druckverhältnisse im Instrument. So geraten die beim Stimmen ausgeglichenen Zugkräfte der Saiten aus dem Gleichgewicht. Diese Veränderungen werden als Verstimmung hörbar.

Bei Musikhochschulen liegen hinsichtlich der Nutzung der Instrumente Extremsituationen vor. Die Leiter der Hochschulen sind natürlich darum bemüht, die Kosten für die Instandhaltung der Instrumente niedrig zu halten. Daher achtet man in Musikhochschulen darauf, dass die Schwankungen der Luftfeuchtigkeit möglichst gering sind. Trotzdem sind diese Instrumente schon nach 14 Tagen wieder verstimmt. Woran liegt das?

Der Grund für das relativ schnelle Verstimmen von professionell genutzten Instrumenten liegt daran, dass ein Piano nicht nur ein Tasten- und Saiteninstrument sondern auch noch ein Schlaginstrument ist. Denn am Flügel und Klavier werden die Saiten mittels kleiner Hämmerchen angeschlagen. Das häufige und intensive Anschlagen führt dazu, dass sich die Saitenspannung schneller ändert als bei normaler Nutzung.

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Welchen Einfluss hat die Luftfeuchtigkeit?

Wie wir bereits in der letzten Frage festgestellt haben, steht Holz mit der Luft im Wettbewerb um die Feuchtigkeit, die die Luft transportiert. Dabei hat die Holzfeuchtigkeit auf das Piano zwei Auswirkungen:

  1. Die Schwankungen der Holzfeuchtigkeit führen zur Veränderungen der internen Zug- und Druckkräfte. Die Saitenspannung passt sich den wechselnden Bedingungen an. Das hört man im Lauf der Zeit als Verstimmung, da sich die Anpassung natürlich nicht gleichmäßig ereignet.
  2. Bei zu geringer Holzfeuchtigkeit zieht sich das Holz so stark zusammen, dass es reißen kann. Ein Riss ist ein Schaden. In den für die Saitenspannung funktionell wichtigen Teilen wie den Stegen oder dem Stimmstock müssen die Risse repariert werden, wenn sie so groß geworden sind, dass die Saiten klirren bzw. die Saitenspannung nicht mehr gehalten wird.
Werterhalt

Um Risse zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer (Luftfeuchtigkeitsmesser) zu kontrollieren. Vor allem im Winter treten Werte unterhalb der Grenze des Normalbereichs (40 Prozent) auf. Denn im Winter transportiert die Luft weniger Feuchtigkeit. Wenn Sie kritische Werte im Bereich von 30 Prozent messen, dann sollten Sie die Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen. Sie brauchen dazu keinen Raumluftbefeuchter. Es genügen Pflanzen im Raum. Oder ein Gefäß mit Wasser auf der Heizung. Ganz gleich welche Maßnahme Sie ergreifen: Am Hygrometer können Sie unmittelbar ablesen, ob Ihre Maßnahme eine ausreichend große Wirkung hat.

Empfehlung: Kaufen Sie sich einen digitalen Hygrometer. Die sind genauer und haben eine längere Lebensdauer als die Hygrometer mit einer Nadelanzeige.

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Wann muss man ein Klavier vorstimmen?

Ein Klavier muss man vorstimmen, wenn es

  1. in der Grundtonhöhe abgesunken ist und/oder
  2. in sich stärker verstimmt ist.

Ein Klavier ist in sich stärker verstimmt, wenn es zum Beispiel

  • im Diskant gegenüber der Mittellage in der Tonhöhe abfällt,
  • in sich in der Grundtonhöhe ungleichmäßig verstimmt ist,
  • im Bass höher und im Diskant dagegen hinsichtlich der Grundtonhöhe niedriger verstimmt ist,
  • mehrere Einzeltöne aufweist, die in sich stark verstimmt sind, was einen Hinweis darauf gibt, dass das Instrument entweder sehr lange nicht gestimmt worden ist, oder einen Schaden im Stimmstock hat.

In diesen Fällen muss man ein Klavier zuerst vorstimmen, um auf der Grundlage eines gleichmäßigen Resonanzbodendrucks anschließend die Feinstimmung durchführen zu können. Das Vorstimmen geschieht nicht nur, um eine höhere Präzision der Stimmung sondern auch um eine bessere Stimmhaltung zu erreichen.

Eine Verstimmung, die ein Vorstimmen notwendig macht, wird erreicht, wenn man

  • das Instrument längere Zeit nicht stimmen lässt,
  • das Instrument umgezogen ist,
  • nach einer längeren und intensiveren Heizperiode, oder
  • das Instrument außergewöhnlich stark beansprucht worden ist, was z.B. bei einem Flügel innerhalb eines Konzert geschehen kann.
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In welcher Jahreszeit ist die Stimmung aus Gründen der Stimmhaltung am besten?

Da sich das Klavier durch die jahreszeitlich bedingten Schwankungen der Luftfeuchtigkeit verstimmt, empfiehlt sich der Zeitabschnitt, in dem es keinen Unterschied der Luftfeuchtigkeit innerhalb und außerhalb der Wohnung gibt. Das ist die Jahreszeit, in der man gerne mal die Fenster offen lässt, also im Sommer.

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Warum lassen viele Klavierspieler ihr Piano im Herbst und Winter stimmen?

Das ist eine gute Frage. Denn hieran kann man aufzeigen, wie wichtig das Klavier spielen für uns ist.

Wonnezeit mit Wohlfühlwirkung

Im Sommer holen wir uns die dringend benötigten Streicheleinheiten direkt bei der Sonne ab. Wir sind in unserer Freizeit öfters draußen. Die Sonneneinstrahlung verändert unseren Hormonspiegel. Wir sind körperlich leistungsfähiger und fühlen uns einfach gut. Die Sonne strahlt uns an - und wir strahlen zurück!

Musik streichelt die Seele

Und dann kommt der Herbst. Das Wetter wird trübe. Wir ziehen uns in die Wohnung zurück. Nun brauchen wir eine Alternative zu der sanften Kraft der Sonne als Haut- und Seelenstreichler. Das ist unser Piano! Damit es uns klanglich wie eine Sonne anstrahlen kann, brauchen wir es jetzt natürlich gut gestimmt. Denn es gilt der Grundsatz: Gute Stimmung steckt an!

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In welchen zeitlichen Abständen sollte man ein Klavier stimmen lassen?

Da sich ein Klavier bei normaler Nutzung im Verlauf der jahreszeitlich bedingten Schwankungen der Luftfeuchtigkeit verstimmt, wird man bei einer jährlichen Stimmung immer einen deutlichen Unterschied vor und nach der Stimmung feststellen können.

Aber es gibt eine Vielzahl von Unterschieden, die zu Abweichungen der allgemeinen Aussage führen:

  • Klaviere können näher zur Heizung stehen und daher mehr Schwankungen der Luftfeuchtigkeit verarbeiten müssen.
  • Klaviere können an der Außenwand stehen und daher stärker von den Außentemperaturen betroffen sein.
  • Klaviere werden unterschiedlich intensiv und häufig genutzt. Durch intensive Nutzung verstimmt sich das Klavier schneller.
  • Ältere Klaviere sind in der Stimmhaltung häufig stabiler als neue Klaviere.
  • Klaviere mit getränkten Hammerkopffilzen verstimmen sich aufgrund des härteren Filzes schneller.
  • Wurden Klaviere bei gröberen Verstimmungen zuerst vorgestimmt, dann halten sie hinterher auch die Stimmung besser.

Es liegt also letztlich an Ihnen, welche Feinheiten einer Verstimmung Sie hören und wie lange Sie diese tolerieren können. Beides ist höchst individuell. Denn zum Beispiel unsere Toleranzgrenze verschiebt sich mit der allgemeinen Belastung.

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Wie oft muss man ein Klavier stimmen lassen, das längere Zeit nicht benutzt worden ist?

Wenn ein Klavier aus irgendwelchen Gründen längere Zeit nicht gespielt wird, dann wird es natürlich auch nicht gestimmt. Das hat zur Folge, dass die Grundtonhöhe des Klaviers sinkt. Wenn Sie nun wieder die Vielzahl der positiven Wirkungen des Klavierspiels nutzen wollen, dann brauchen Sie dafür wieder eine gute Stimmung. Nun muss man beim Stimmen unterscheiden:

  1. Ein Klavier in sich auf der Grundlage der vorhandenen Tonhöhe harmonisch abstimmen oder
  2. die Grundspannung der Saiten und somit die Grundtonhöhe anheben - und dann natürlich zusätzlich das Klavier in sich stimmen.

Das Anheben der Grundtonhöhe ist mit einem erheblichen Unterschied der Kräfte innerhalb des Klaviers verbunden. Diese Kräfte muss man gut kontrollieren können. Dazu braucht es zum einen den Einsatz zusätzlicher Technologien, das Grundlagenwissen eines Klavierbauers sowie sehr viel Erfahrung.

Praeludio® bietet Ihnen das Höherstimmen und Reinstimmen innerhalb eines einzigen Termins zum Festpreis an. Diese kundenorientierte Lösung ist möglich aufgrund

  1. meiner Ausbildung zum Cembalo- und Klavierbauer sowie meiner Fortbildungen beim Bund Deutscher Klavierbauer
  2. Meiner Entwicklung und des Einsatzes der Hybrid-Stimmtechnik primaTEK©
  3. Meines Erfahrungsschatzes bestehend aus circa 18.000 Stimmungen von Klavieren und Flügeln unterschiedlicher Hersteller aus verschiedenen Herkunftsländern innerhalb von 10 Jahren
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Wie wirkt sich ein verstimmtes Instrument auf mein Wohlbefinden aus?

Schlecht, da Sie in diesem Fall zusätzliche Kopfarbeit leisten müssen. Sie müssen sich nämlich die Verstimmung zurechthören. Doch wir Menschen sind auf Ökonomie angelegt. Das betrifft vor allem den Einsatz unseres Gehirns und hier der Aufmerksamkeit als Teil des Bewusstseins. Denn mit nur 2 Prozent der Körpermasse verbraucht unser Gehirn 20 Prozent der Gesamtenergie. Der Hirnforscher Gerhard Roth führt dazu aus, dass wir uns ständig am Rand einer Bewusstlosigkeit befinden. Die Notwendigkeit des ökonomischen Umgangs mit dem Energieverbrauch auf der Bewusstseinsebene ist somit unmittelbar nachvollziehbar. Das führt dazu, dass wir es nicht schätzen, wenn wir mehr Aufmerksamkeit einsetzen müssen, als eigentlich notwendig wäre.

In der Folge werden Sie

  • seltener Klavier spielen,
  • schlechter Klavier spielen und
  • weniger Erfolgserlebnisse haben.
  • Es wird Ihnen fehlen, sich am Abend über das Klavierspiel auszugleichen sowie
  • sich morgens am Piano harmonisch aufladen zu können.

Das wird sich negativ auf Ihr Wohlbefinden auswirken. Denn Sie sind als Klavierspieler ein musiksensibler Mensch. Die Schwingungen der Musik empfinden gerade Menschen wie Sie als Streicheleinheiten für die Seele!

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Kann ich mein Klavier selber stimmen?

Grundsätzlich: Ja. Ihre Chancen steigen, wenn Sie eine systematische Einführung bekommen. Denn das Klavierstimmen ist aus mehreren Gründen ziemlich komplex und darüber hinaus auch relativ umfangreich. Doch es gibt immer wieder Klavierspieler, die sich für diese Thematik begeistern und sich nicht von den Hürden abhalten lassen.

Wenn Sie das Thema interessiert und Sie sich in die Praxis wagen wollen, dann biete ich Ihnen unter www.Selberstimmen.de die Möglichkeit an, sich über das Praktikum in das Selberstimmen für den Hausgebrauch zu informieren. Um das Risiko eines Misserfolgs möglichst klein zu halten, können Sie schon mal vorher im Rahmen einer Klavierstimmung gegen einen geringen Aufpreis ein Probestimmen durchführen. Dabei können Sie bei einigen Tönen die Erfahrung machen, ob Sie zum einen die Feinheiten überhaupt hören und zum anderen ob Sie sich die Präzision der Handarbeit zutrauen. In der Theorie kann man das nicht beantworten. Das muss man einfach mal praktisch ausprobieren.

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Kann man den Klang auch noch bei mir vor Ort bearbeiten?

Ja, man kann den Klang auch noch bei Ihnen vor Ort bearbeiten. Das ist insbesondere für Klavierbesitzer von neuen Klavieren eine gute Nachricht. Denn aufgrund von Veränderungen in der Herstellung der Filze hat sich zum Ende des vergangenen Jahrhunderts die Klangnorm entgegen unserer Hörerwartung entwickelt. Selbst bei preisgünstigen Klavieren kann man mittels der so genannten Intonation den Klang wesentlich entschärfen und für unsere Ohren angenehm gestalten. Der Pianoklang soll im Idealfall gemeinsam mit der guten Stimmung Hör-Lust bewirken!

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Verändert sich der Klang im Lauf der Zeit?

Ja, der Klang eines Pianos verändert sich im Lauf der Zeit. Denn der Klang wird dadurch erzeugt, dass kleine Hämmerchen gegen Saiten schlagen. Diese Hämmerchen sind Holzkerne, die mit Filz überzogen sind. Guter Filz ist ein elastisches Material. Durch die Unterschiedlichkeit der Häufigkeit sowie der Intensität des Anschlags werden die einzelnen Hämmerchen auch unterschiedlich stark im Lauf der Zeit zusammengepresst. Stärker gepresster Filz hört sich dann härter an als der elastische Filz. Diese Unterschiede kann man durch die so genannte Intonation wieder ausgleichen. Das geschieht, indem man durch Feilen und Stechen der Filze, die Spuren der Belastung beseitigt und die Filze wieder elastisch macht.

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Warum klingen die alten Pianos oft besser als die neuen Klaviere?

Der Klangkörper

Für dieses Phänomen gibt es mehrere Gründe. Ältere Pianos haben einen größeren Klangkörper. Die Größe des Klangkörpers ermöglicht den Einsatz längerer Saiten. Längere Saiten ergeben einen besseren Ton und haben weniger Nebenschwebungen. Vor allem im Bass können die Saiten eines Pianos gar nicht lang genug sein. Der Bass ist verantwortlich für die Tiefe des Klangs. Der volle, runde und weiche Pianoklang entscheidet letztlich auch über die Qualität des Instruments.

Der Faktor Zeit sowie die Handarbeit

Darüber hinaus wurden ursprünglich die Hölzer über einen längeren Zeitraum gelagert. Der Zeitfaktor bewirkt offensichtlich eine bessere Holzqualität. Leimverbindungen hat man damals noch über 24 Stunden eingespannt gelassen. Heute werden die Teile beheizt und somit der Leim schneller getrocknet, damit man mehr produzieren kann. Die Filze waren früher noch von einer besseren Qualität, da man sich die Mühe der Handarbeit machte. Um mehr produzieren zu können, versucht man schon seit längerem die Handarbeit durch maschinelles Pressen zu ersetzen.

Das Material und die Nutzung

Was glauben Sie: Verändert sich das Klangholz durch das Spielen? Falls ja: Wird es durch die Nutzung qualitativ besser oder schlechter?

Die Geigenbauer waren an den Antworten auf diese Fragen interessiert. Sie haben herausgefunden, dass sich das Holz verändert. Konkret lagern sich die Wassermoleküle im Holz anders ein. Dadurch verändern sich die Klangeigenschaften und zwar hin zum Besseren.

Diese Erkenntnis ermutigt uns zum einen, unser Instrument fleißig zu benutzen. Gleichzeitig ist es ein Appell an die Industrie, beim Klang dem Holz vor modernen Materialien wie zum Beispiel Carbon den Vorrang zu geben. Klang hat im Vergleich zur Stimmhaltung einfach einen ganz anderen Stellenwert. Um die Stimmhaltung zu verbessern, muss man andere Lösungen suchen, als neue Materialien einzusetzen, die sich zu Lasten des Klangs auswirken. Denn:

Der romantische Pianoklang kehrt zurück!

Zumindest der Trend der schlechten Filzqualität kehrt sich bereits wieder um. Es kommt zu einer Renaissance des ursprünglichen Pianoklangs. Das ist leicht zu erklären. Denn das Klavierspiel bekommt in Zeiten globaler Hektik zunehmend eine harmonisierende Funktion. Dazu gehört neben einer ausdrucksstarken da gefühlvollen Spielart vor allem der Wohlklang.

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Was ist eigentlich die so genannte SPIELART?

Die Spielart ist die Schnittstelle zwischen den Fingern der Klavierspieler und der Mechanik, die den Ton erzeugt. Beim Klavier und Flügel ist das eine ziemlich aufwendige Mechanik, die ja genau genommen die erfolgreiche mechanisierte Nachbildung des Hackbrettspiels ist. Die Klaviermechanik kann man im Ablauf unterschiedlich regulieren. Dadurch verändert sich die Spielart.

Bei der Regulierung der Klaviermechanik geht es unter anderem darum,

  • Kraftverluste zu vermeiden, da der vergebliche Versuch, kraftvoll zu spielen, jeden Klavierspieler frustriert;
  • ebenso sollte die Verschwendung von Kraft durch eine entsprechende Regulierung der Klaviertechnik ausgeschlossen werden, da ein hoher Krafteinsatz das gefühlvolle Klavierspiel verhindert;
  • ein wichtiges Ziel der Mechanikregulierung ist die maximale Spielkontrolle, die sich unter anderem in der schnellen Repetition zeigt.

Ein wesentlicher Faktor für das Spielgefühl und somit für die Spielart sind die Hebelverhältnisse in der Mechanik und somit vor allem die Länge der Taste. Die Taste unterliegt dem Handicap, dass ihr größter Anteil hinter der Tastenklappe im Verborgenen liegt. Lassen Sie sich daher beim Kauf eines Klaviers ruhig einmal das Instrument so weit zerlegen, dass Sie die Taste in ihrer ganzen Länge sehen können. Optimal ist eine Vergleichsmöglichkeit zwischen Klavier und Flügel sowie zwischen einem Kleinklavier von circa 1,10 m und einem hohen Klavier ab 1,20 m. Hier werden Sie deutliche Unterschiede in der Tastenlänge feststellen können. Es gilt die Regel: Je länger der Hebel der Taste, desto größer sind Ihre Möglichkeiten, über die Spielart Einfluss auf die Klangfarben sowie die Interpretation zu nehmen. Umgekehrt bedeutet das: Je kürzer die Taste, desto kleiner ist der Spielraum für den Ausdruck Ihres Spielgefühls.

Auf meiner Homepage www.praeludio.info biete ich Ihnen Einblick in das dynamische Innenleben der Klavier- und Flügelmechanik. Klicken Sie auf dieser Homepage in der Navigation auf Mechanik-Modelle. Dann wählen Sie eines der beiden kleinen Bilder aus, indem Sie darauf klicken. Es öffnet sich ein neues Fenster und es wird ein interaktives Mechanikmodell geladen. Daran können Sie die technischen Abläufe in normaler sowie verlangsamter Geschwindigkeit betrachten.

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Können eigentlich nur Profis ausdrucksstark da gefühlvoll Klavier spielen?

Das Spielgefühl ist ein elementares Thema des Klavierspiels. Denn das Klavier ist ein Tasteninstrument. Das Wort Taste stammt von dem italienischen Wort tasto ab und heißt Werkzeug zum Tasten. Das Spielgefühl ist aber nicht nur über dieses Werkzeug von Anfang im Piano angelegt. Denn beim Klavier und Flügel hat man ja keinen Einblick in die mechanischen Abläufe beim Spielen. Beim Klavier sieht man außer dem Bedienfeld der Klaviatur nicht einmal etwas von den Saiten und dem Klangkörper. Die Zusammenhänge zwischen der Eingabe an der Klaviatur und den über die Mechanik erzeugten Klängen muss sich der Klavierspieler erst tastend erarbeiten. Dabei spielt das Spielgefühl eine Schlüsselrolle. Um sich das ausdrucksstarke da gefühlvolle Klavierspiel zu erschließen brauchen Sie

  • eine gut eingestellte Klaviermechanik,
  • die Bereitschaft, sich eine Zeit lang auf ein kleines Repertoire zu beschränken,
  • entweder ein Vorbild oder aber einen Klavierpädagogen, der Ihnen Spielräume anbietet, in denen Sie die Möglichkeiten sowie die Grenzen des musikalischen Ausdrucks kennen lernen können,
  • sowie die technische Möglichkeit zur Aufzeichnung Ihres Spiels, um anschließend in der Rolle des Zuhörers die Wirkung des eigenen Spiels zu überprüfen.
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Macht Dauerstress krank?

Im ersten Moment der Gefahr wird uns aufgrund der automatisch ablaufenden Stressreaktion blitzartig Energie zur Verfügung gestellt. Mit diesem Energiepaket ausgerüstet sind wir imstande, ein akutes Problem sofort und in der Regel unter Einsatz unserer körperlichen Kraft lösen zu können. Dafür steht beispielhaft die konkrete Bedrohung durch den Säbelzahntiger in früheren Zeiten.

Wenn wir heute ein Problem nicht sofort lösen können, dann setzt die Wirkung des Dauerstress ein. In dieser Belastungssituation kommt es zur vermehrten Produktion von Cortisol, das vor allem in Regionen mit einer höheren Anzahl von Cortisol-Rezeptoren wirkt. Der Hippocampus ist eine solche Region. Als Kurzzeitspeicher ist der Hippocampus für unsere Gedächtnisleistung zuständig. Hirnforscher berichten, dass sich unter Dauerstress bereits gebildete Nervenverbindungen wieder auflösen und sich Nervenfortsätze zurückbilden. Bezogen auf unser Gedächtnis besteht die Wirkung darin, dass wir uns nicht nur weniger merken können, sondern immer mehr vergessen.

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Was ist eigentlich die so genannte Spreizung?

Die Klavierstimmung ist in mehrfacher Hinsicht ein Kunstwerk. Denn im Gegensatz zu Sängern, Streichern und Bläsern kann man am Klavier die Tonhöhen nicht unter dem Spiel anpassen. Das führte nach einer langen Entwicklung der Stimmungen zu der heute üblichen Gleichtemperierten Stimmung, die den freien Wechsel der Tonarten ermöglicht.

Die Spreizung ist nun eine Besonderheit der Klavierstimmung. Denn sie ist eine Folge der Tonerzeugung. Beim Klavier werden die Saiten über die 1709 von Bartolomeo Cristofori entwickelte Hammermechanik angeschlagen. Diese vergleichsweise harte Art der Tonerzeugung erfordert Saiten, die eine höhere Zugfestigkeit besitzen. Die Festigkeit der Saiten führt zu einem vergleichsweise anderen Schwingungsverhalten als bei den üblicherweise dünneren Saiten. Das wenn auch nur geringfügig veränderte Schwingungsverhalten wirkt sich konkret so aus, dass die Obertöne des Tons beim Klavier nicht exakt das geradzahlige Vielfache der Grundfrequenz sondern leicht gespreizt sind. Da unser menschliches Gehör so angelegt ist, dass wir Tonfolgen und Akkorde erst dann als harmonisch wahrnehmen, wenn die Obertöne der beteiligten Töne übereinstimmen, muss man ein Klavier seiner individuellen Spreizungskurve entsprechend gespreizt stimmen. Dann erreicht man im Idealfall die natürliche Brillanz der Klavierstimmung.

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Ist die Ganzheitlichkeit der Klavierstimmung etwas Besonderes?

Wie bereits mehrfach festgestellt, ist das Klavier ein besonderes Instrument. Dies betrifft auch den Tonumfang. Während die menschliche Stimme ungefähr 2 Oktaven umfasst, geht der Tonraum eines Klaviers mindestens über 7 Oktaven. Bei dem berühmten Konzertflügel Imperial der Firma Bösendorfer reicht der Tonumfang sogar über 8 Oktaven.

Beim Stimmen ausschließlich nach Gehör bezieht man sich jedoch hauptsächlich auf den Tonraum aus ein bis zwei Oktaven. Im Zusammenhang mit der vorherigen Verstimmung kommt es daher im Endergebnis häufig zu einer Stimmung, die vor allem im Diskant abzufallen scheint, wenn man das Klavier über seinen gesamten Tonumfang durchspielt. Die Stimmung mit einer gleich bleibenden Grundtonhöhe über den Tonraum von mehr als 7 Oktaven optimiert somit die positive Wirkung der Klavierstimmung.

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Ist die Präzision des Einzeltons eine Selbstverständlichkeit?

Man könnte die Frage auch anders stellen: Wie wirkt musikalische Stimmung auf den Musiker? Die für die Klavierstimmung genannten Faktoren

  • Präzision,
  • Ganzheitlichkeit sowie
  • Spreizung

verbinden sich zu der neuen Eigenschaft der natürlichen Brillanz der Stimmung. Diese steigert unsere Hör-Lust. Im Sinne einer körperlichen Empfindung spüren wir eine öffnende Wirkung dieser Stimmung. Sie lässt uns tief atmen, hebt die Schultern, zaubert uns ein Lächeln auf die Lippen und macht uns geistig wach. Gute Stimmung aktiviert die Produktion der körpereigenen Weckamine wie zum Beispiel das Adrenalin.

Die Präzision scheint dabei in der Wirkung auf den Musiker den geringsten Anteil zu haben, da es eine schlichte Selbstverständlichkeit zu sein scheint, die einzelnen Saiten eines Tons zueinander rein zu stimmen. Dabei übersieht man aber die Vielzahl der möglichen Störfaktoren, die die Reinheit des Tons erschweren. Daher ist die Präzision ein wesentliches Element der Klavierstimmung im Sinne eines Gesamtkunstwerks. Sie ist erwünscht, jedoch nur selten zu 100 Prozent erreichbar. Im Bewusstsein des Mangels als eine Art Standarderscheinung verwendet man daher im Klavierbau gerne beschönigende Formulierungen. Kann man z.B. die 3 Saiten eines Tons aufgrund von unreinen Einzelsaiten zueinander nicht schwebungsfrei stimmen, verwendet man die Formulierung vom singenden Ton. Betrifft dieses Phänomen nicht nur einzelne Töne sondern nahezu das ganze Instrument, dann bezieht man sich eben nicht mehr auf den Ton sondern schwärmt vom besonderen Klang der Klaviermarke. In der Wirkung auf den Klavierspieler sowie seine Zuhörer erleichtert der präzise Ton die akustische Verarbeitung der Töne und optimiert somit die Wirkung der Musik. Unter anderem aufgrund der Einsicht in diese Problematik entwickelt aktuell der Klavierbauer Klavins aus Bonn das so genannte Una-Corda-Piano, dem konsequenterweise pro Ton nur eine Saite zur Verfügung steht.

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Womit kann man Klavierspielern eine Freude bereiten?

Musiksensible Menschen spielen bevorzugt Klavier, da sie sich bei dessen Klangmuster so wunderbar entspannen und harmonisieren können. Tatsächlich hängt der Erfolg der Selbstharmonisierung jedoch von der Stimmung des Instruments ab. Bestimmt kennen Sie die Weisheit, dass gute Stimmung ansteckend wirkt. Aber die vollständige Erkenntnis lautet: Gute Stimmung steckt an − schlechte Stimmung auch. Der wunderbare Biologe und Philosoph Humberto Maturana ist sogar der Ansicht, dass die Stimmung des Handelnden das wesentliche Kriterium für den situativen Erfolg sei. Diese Einsicht teilen Klavierspieler intuitiv und sind daher stets bemüht, sich über ein entsprechendes Stimmungsmanagement am Piano selbst zu optimieren. Folglich können Sie dem Klavierspieler Ihrer Wahl eine ganz besondere Freude bereiten, indem Sie gute Stimmung verschenken! Die Klavierstimmerei Praeludio® bietet Ihnen dazu passend einen Gutschein für eine Klavierstimmung. Hier erfahren Sie alles zum Thema Geschenkgutschein für Klavierspieler.

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Wo findet man in den modernen Medien Informationen zum Klavier spielen?

Praeludio® bietet Ihnen im Internet mehrere Möglichkeiten, Informationen zum Klavier spielen zu finden:

  1. Meine Blogs sind als Einladung zum Dialog gedacht. Auf der Seite www.praeludio.de/fragen.html können Sie meine Blogs kommentieren und so weitere Besucher zum Mitmachen inspirieren. Ihr Beitrag setzt keine Registrierung voraus. Los geht's!
  2. www.klavierspiel.info bietet Ihnen zahlreiche Hintergrundinformationen.
  3. www.klavier-spielen-tut-mir-gut.de stellt die Wirkung des Klavierspiels für alle Altersschichten dar.
  4. www.man-müsste-klavier-spielen-können.de enthält neben weiterführenden Gedanken auch ein virtuelles Interview mit der Pianistin Henriette Gärtner.
  5. www.praeludio.de/fragen-klavier-spielen.html z.B. mit einer viele Eltern interessierenden Antwort auf die Frage, wann Kinder im richtigen Alter zum Erlernen des Klavierspiels sind.
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Weitere Themen rund um das Klavierspiel

Auf meiner Hauptseite www.praeludio.de/fragen.html finden Sie weitere Antworten auf Ihre Fragen zu den Themen

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